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Mitteldeutsche Zeitung vom 15. Mai 2010

Geschrieben am 6. Juli 2010

… Die Staatskapelle [Halle] war allen Solisten unter Leitung des sicher und überlegt agierenden [...] jungen Jesko Sirvend ein aufmerksamer und freudig mitgestaltender Partner.

Rhein-Neckar-Zeitung vom 20. Januar 2010

Geschrieben am 19. Februar 2010

Akademische Philharmonie Heidelberg und Sopranistin Hye-Sung Na

Hohe Intensität bei Strauss

„Was wir am liebsten machen? – Gänsehaut.“ So wirbt die Akademische Philharmonie Heidelberg auf einem ihrer Flyer,
und Recht hat sie. Unter der eindrucksvollen Leitung des 23jährigen Nachwuchstalentes Jesko Sirvend geriet das Konzert der universitären Laienmusiker in der Stadthalle zu einem prunkvoll-delikaten Tonereignis diamantener Färbung.

Auf dem Programm standenKompositionen, denen das Schillern gut steht. Zunächst: Leonard Bernsteins pompöse Ouvertüre zu seinem Musical „Candide“, indem der Neoklassizismus sich durch folkloristische oder marschähnliche Spielmannszüge hindurch stickt und raffinierte opernhafte Winkelzüge vorstellt.

Faszinierend schon die Wiedergabedieses ersten Werkes, bei der das Orchester nicht einfach alles durcheinander wirbelte, was sich in der Jagd der Töne hätte verwirren lassen. Bei aller Freude am Funkeln der Akkorde verbreiteten die
Musiker eine disziplinierte Konzentration, in der auch die verhalteneren, leisen Passagen noch romantische Funken versprühen konnten.

Vollends überwältigen musste die Zuhörer im weiteren Verlauf des Abends die Wiedergabe von fünf Liedern für Sopran
und Orchester von Richard Strauss: „Befreit“, „Ruhe, meine Seele“, „Cäcilie“, „Morgen“ und „Zueignung“. Gemeinsam mit der Koreanerin HyeSung Na, seit der Spielzeit 2009/10 Ensemblemitglied am Heidelberger Theater, verstrahlte das Orchester Mahlersche Intensität.

Lyrisch-weich und zart gelang der „Morgen“, der mit einem unendlich stillen und dennoch hörbaren Einsatz der Streicher die sanft über ihnen schwebenden Harfenklänge in die Zukunft trug. Von einer nur vordergründig gefesselten Dramatik getrieben, riss Sopranistin Na in „Ruhe, meine Seele“ die ahnungsvoll tremolierenden Streicher mit.

Dass in der Spätromantik nichts so ist, wie es scheint, davon sang auch Dimitri Schostakowitschs Fünfte Sinfonie.
Von der „Prawda“, dem offiziellen sowjetischen Parteiorgan, ob der satirischen Tonsprache seiner früheren Schöpfungen verhöhnt, strengte Schostakowitsch in seiner 5. Sinfonie eine reduziertere Tonsprache an, die auf verschrobene Hintergründigkeiten und Persiflagetechniken verzichtete, ohne jedoch trivial zu werden.

Melancholisch, verzweifelt und in sich gekehrt im ersten und dritten Satz, geiferten die Instrumente im Allegretto
des zweiten Satzes schrillend in Höhen, die sich im abschließenden Allegro ma non troppo versöhnlich zeigten. Jesko Sirvend hat es geschafft: Er hat aus alledem sensibel Musik gemacht.

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